Erkrankung Marcus-Gunn-Syndrom

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Das Marcus-Gunn-Syndrom oder die Mandibulopalpebrale Synkinese ist eine angeborene Bewegungsstörung des Oberlides, die auf einer fehlgesteuerten Reizübertragung zwischen dem M. levator palpebrae superioris (Lidheber) und dem M. pterygoideus lateralis, also dem Muskel, der das Kieferköpfchen beim Öffnen des Mundes nach vorne bewegt, beruht.
Symptomatisch ist ein teilweises oder vollständiges Herabhängen (Ptosis) des betroffenen Augenlides, das sich paradoxerweise nicht selten vollständig in dem Moment hebt, in dem der Betroffene den Mund öffnet und den Unterkiefer zur Gegenseite des betroffenen Auges bewegt. Deshalb ist in diesem Zusammenhang auch von paradoxer Innervation die Rede.

Die Grade dieser Fehlfunktion sind unterschiedlich stark, und es ist bislang ungeklärt, wie es zu dieser paradoxen innervatorischen Kopplung kommt. In schweren Fällen wird versucht, mit operativen Mitteln die Situation zu verbessern. Auch durch konsequentes Training vor einem Spiegel gelingt es einigen Patienten, das fehlinnervierte Oberlid unter Kontrolle zu bekommen.